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09/12/2023   –   7 min.

WELLEN DER AKZEPTANZ - Warum ein Surfcamp für queere Menschen wichtig ist

In den letzten Jahren hat die LGBTQ+-Gemeinschaft erhebliche Fortschritte in Bezug auf Gleichberechtigung und Akzeptanz erzielt. Dennoch gibt es immer noch Orte, an denen queer-identifizierte Menschen sich nicht immer vollständig akzeptiert fühlen. Ein Surfcamp, das speziell für queere Menschen konzipiert ist, könnte genau der sichere Raum sein, den diese Gemeinschaft braucht. In diesem Blog-Beitrag werden wir die Gründe erkunden, warum ein solches Surfcamp nicht nur eine unterhaltsame Freizeitaktivität, sondern auch eine notwendige Plattform für die Förderung von Gemeinschaft, Selbstakzeptanz und Solidarität sein kann.

  1. Inklusion und Gemeinschaftsbildung: Ein queeres Surfcamp schafft eine inklusive Umgebung, in der Menschen ihre Liebe zum Surfen teilen können, ohne sich Sorgen um Vorurteile oder Diskriminierung machen zu müssen. Die gemeinsame Leidenschaft für das Wellenreiten kann dazu beitragen, starke Gemeinschaftsbindungen zu schaffen und ein unterstützendes Netzwerk für queere Surfer*innen aufzubauen.

  2. Selbstfindung und Selbstakzeptanz: Das Surfen bietet nicht nur körperliche Herausforderungen, sondern auch eine Verbindung zur Natur und eine Gelegenheit zur Selbstreflexion. Ein Surfcamp für queere Menschen kann einen Raum schaffen, in dem individuelle Reisen der Selbstfindung und Selbstakzeptanz unterstützt werden. Die Möglichkeit, in einer entspannten Umgebung authentisch zu sein, kann dazu beitragen, Selbstbewusstsein und Selbstliebe zu stärken.

  3. Sicherheit und Respekt: Leider sind nicht alle Orte so tolerant wie wir es uns wünschen würden. Ein spezielles Surfcamp schafft einen geschützten Raum, in dem queere Menschen frei von Vorurteilen und Diskriminierung surfen können. Dies trägt nicht nur zum persönlichen Wohlbefinden der Teilnehmer bei, sondern fördert auch die Schaffung von Toleranz und Respekt in der Gesellschaft.

  4. Bildung und Sensibilisierung: Ein Surfcamp für queere Menschen kann auch als Plattform für Bildung und Sensibilisierung dienen. Durch Workshops, Diskussionen und Schulungen können nicht nur die Teilnehmer, sondern auch die breitere Öffentlichkeit über LGBTQ+-Themen informiert werden. Dies trägt dazu bei, Vorurteile abzubauen und eine Kultur der Akzeptanz zu fördern.

  5. Stärkung der queeren Identität: Das Surfen als queere Person in einer sicheren Umgebung zu erleben, kann die queere Identität stärken. Die Möglichkeit, sich mit anderen queeren Surfern auszutauschen und gemeinsam Herausforderungen zu bewältigen, schafft eine starke Verbindung zur queeren Gemeinschaft und fördert ein Gefühl der Zugehörigkeit.

Grundsätzlich ist die Surfkultur oft für ihre entspannte Atmosphäre und Gemeinschaft bekannt. Viele Surferinnen und Surfer schätzen die Naturverbundenheit, den Respekt vor dem Ozean und die gemeinsame Leidenschaft für das Surfen. Entspricht das der Warheit?

Unter Freizeit und Soul-Surfer*innen bestimmt. Aber wie sieht es in der profesionelle Szene und bei den großen Marken aus?

Erst seit 2019 werden Preisgelder geschlechtsunabhänig vergeben. Bis vor wenigen Jahren (und teilweise immer noch) waren Frauen in der Vermarktung von Surfprodukten eher die ‚hübschen Beach Babes‘. Von queeren Menschen ganz abzusehen. Surfer*innen wie Cori Schumacher und Tyler Wright verschwiegen ihre Homosexualität um Sponsoren zu finden. Andere verloren ihre Sponsoren nach ihrem Coming-Out. BeachGrit veröfentlichte einen spannenden Artikel über dieses Thema in 2022. Und auch das Magazin Surfers widmet sich dem Thema hier.

Erst kürzlich gab es eine große Debatte unter den profesionellen Surfer*innen der World-Tour über die Teilnahme von Transmensch bei Wettkämpfen. Die Profi-Surferin Bethany Hamilton sagt, dass sie nicht beabsichtigt, an den kommenden Veranstaltungen der World Surf League teilzunehmen, nachdem die Organisation eine Änderung der Richtlinien angekündigt hat, die es Trans-Frauen erlaubt, an Frauenveranstaltungen teilzunehmen. Mehr dazu und über transgender Pro Surfer Sasha Jane Lowerson in diesem Artikel.

Der Ozean mag nicht nach Sexualität oder Geschlechtsidentität urteilen, aber viele Surfer tun es. Die Surfkultur spiegelt bis zu einem gewissen Grad unsere Demografie wider, und die meisten Surfer – vor allem diejenigen, die den größten Einfluss auf die Kultur haben – leben wahrscheinlich in homogenen, wohlhabenden, sozial konservativen Küstenenklaven.

Die Sichtbarkeit queerer Menschen in der Surfszene schafft Vorbilder für die nächste Generation von Surfern. Durch ihre Präsenz inspirieren sie andere, mutig ihre Leidenschaft zu verfolgen, unabhängig von gesellschaftlichen Normen. Dieser Effekt erstreckt sich über die Surfszene hinaus und trägt dazu bei, Stereotypen in der Gesellschaft insgesamt herauszufordern.

Hier schreibt:

 

Jule

Managerin